Die Kunst des Kartenforces: Wie du bestimmst, welche Karte dein Zuschauer zieht

Mittel08.09.2020 · 5 Min. Lesezeit · Überarbeitet 04.05.2026

Mit einem Kartenforce kannst du bestimmen welche Karte dein Zuschauer auswählt. Lerne hier wie es geht und verzaubere deine Freunde!

Kartenstapel – Grundlagen des Kartenforces

Auf einen Blick

Schwierigkeit
Mittel
Dauer zum Lernen
1 Woche
Kartendeck
Standard (z.B. Bicycle)
Vorbereitung
Keine (Impromptu)

Warum solltest du diese Technik lernen?

Ein Force dreht die Machtverhältnisse um: Der Zuschauer wählt scheinbar frei – und du kennst seine Karte, bevor er sie ansieht. Das ist die Grundlage jeder Vorhersage.

Du wolltest schon immer einmal deinem Zuschauer eine Karte aufzwingen, ohne dass dieser es bemerkt? Oder willst deinen Zuschauer einfach einen Schritt voraus sein? Dann ist ein Force für dich genau das richtige! Hier eine Zusammenstellung meiner drei Favoriten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wie stark ein sauber ausgeführter Force wirkt, siehst du am besten an der Routine, in der dem Zuschauer die Herz Sieben aufgezwungen wird.

Methode 1: Die Drei-Stapel-Methode (Einfach)

Perfekt für Einsteiger:

Du hast gerade erst angefangen, dich für Kartentricks zu interessieren? Dann ist die Drei-Stapel-Methode genau das Richtige für dich. Sie erfordert keine komplizierten Griffe und ist leicht zu erlernen.

Vorbereitung: Mische das Kartendeck gründlich und drehe es dann um, sodass sowohl du als auch dein Zuschauer alle Karten sehen können. Merke dir die dritte Karte von oben. Während du erklärst, dass es sich um ein normales Kartendeck handelt und alle Karten unterschiedlich sind, bleibt deine Zielkarte unbemerkt.

Der Trick: Teile das Deck in drei Stapel und lege den obersten Stapel in die Mitte.

Drei verdeckte Kartenstapel nebeneinander auf dem Tisch, die Hand legt den mittleren Stapel ab

Dein Zuschauer darf jetzt die oberste Karte des mittleren Stapels umdrehen und entscheiden ob er sie umgedreht auf den linken oder rechten Stapel legen möchte. Als nächstes darf er wieder die oberste Karte umdrehen. Hat er sich vorher dafür entschieden, die Karte auf den linken Stapel zu legen, soll er diese jetzt offen auf den rechten Stapel legen. Hat er sich für den rechten Stapel entschieden, soll er sie auf den linken Stapel legen. Nun bittest du deinen Zuschauer das dritte mal die oberste Karte des mittleren Stapels zu nehmen.

Die Hand dreht die oberste Karte des mittleren Stapels um, links und rechts liegen aufgedeckte Karten

Diese sollte er aber bitte nicht umdrehen, sondern sich merken und anschließend irgendwo in den mittleren Kartenstapel zurücklegen. Die Karte die er gezogen hat solltest du bereits kennen, denn es ist die Karte, die du dir am Anfang gemerkt hast.

Vorteile dieser Methode:

  • Einfach zu lernen

  • Erfordert keine speziellen Griffe

  • Sehr sicher

  • Ideal für spontane Vorführungen

Methode 2: Der Hindu Shuffle (Fortgeschritten)

Für den ambitionierten Hobby-Magier:

Du hast schon einige Kartentricks drauf und möchtest dein Repertoire erweitern? Dann ist der Hindu Shuffle eine großartige Möglichkeit, dein Publikum zu beeindrucken. Die ehrliche Variante davon steht im Guide zum Karten mischen – erst wenn die sitzt, wirkt der Force unauffällig.

Vorbereitung: Merke dir unauffällig die unterste Karte des Decks. Halte das Deck zwischen deinem rechten Daumen und Mittelfinger.

Ausgangsposition des Hindu Shuffle: Das Deck liegt zwischen rechtem Daumen und Mittelfinger

Der Trick:

Ziehe nun von unten mit deinem linken Daumen und Zeigefinger einen kleinen Stapel vom Deck und lasse ihn in die Hand fallen.Wiederhole den Schritt so lange, bis dein Zuschauer stopp sagt.

Hindu Shuffle: Die linke Hand zieht von oben einen kleinen Kartenpaket ab und lässt es in die Handfläche fallen

Egal wann und an welcher Position er stoppt, zeige ihm die Unterseite des Stapels den du noch immer in deiner rechten Hand hältst.

Die Unterseite des verbleibenden Stapels wird gezeigt – das Pik-Ass ist die geforcte Karte

Besonders wichtig ist es hier, das ganze möglichst natürlich wirken zu lassen, damit der Zuschauer nicht bemerkt, dass du ihm die unterste Karte zeigstEin hilfreicher Trick dafür ist, die beiden Kartendecks, die du jeweils in deiner linken und rechten Hand hältst, kurz aneinander zu stoßen. Dabei sollte es so aussehen, als würdest du abstehende Karten einfach gerade rücken - lenkt den Zuschauer aber davon ab, in welcher Hand du welches Deck hältst.

Vorteile des Hindu Shuffle:

  • Eindrucksvolle Technik

  • Erfordert nur minimale Übung

  • Flexibel einsetzbar

Methode 3: Der Pinky Break (Schwer)

Für den erfahrenen Magier:

Du bist bereits ein erfahrener Magier und suchst nach einer Herausforderung? Der Pinky Break ist eine fortgeschrittene Technik, die Geschicklichkeit und Übung erfordert.

Vorbereitung: Halte das Deck wie auf dem Bild beschrieben in deiner Hand. Merke dir eine Karte in der Mitte des Decks und lege deinen kleinen Finger darunter (Pinky Break)

Kleiner Finger erzeugt Spalt zwischen Karten

Halte das Deck wie auf dem Photo in deiner Hand. Schaue dir eine Karte in der Mitte an und lege deinen kleinen Finger darunter (Ausführliche Erklärung zum Pinky Break). Riffle nun mit deinem Daumen einmal langsam durch das Kartendeck und bitte deinen Zuschauer darum, stopp zu sagen.

Halte an der Stelle an der dein Zuschauer stoppt. Nun fährst du an der Vorderseite mit deinem Mittelfinger in die Lücke und an der Kante entlang. Währenddessen greift dein Daumen an der Rückseite das Paket über deinem kleinen Finger. Du schiebst das Paket nach vorne und fängst es mit deinem Mittelfinger auf. Es sieht so aus, als hättest du den oberen Teil des Decks, ab der Karte an der der dein Zuschauer gestoppt hat in deiner Hand. Tatsächlich ist es aber ganz egal wo dein Zuschauer stoppt, denn du nimmst immer das Pakt oberhalb deines kleinen Fingers. Zeigst du ihm nun die Unterseite dieses Stapels, sieht er die Karte die du dir am Anfang gemerkt hast.

Vorteile:

  • Beeindruckende Technik

  • Erfordert Geschicklichkeit und Übung

  • Perfekt für professionelle Vorführungen

Fazit

Egal, ob du gerade erst anfängst oder bereits ein erfahrener Magier bist, diese drei Methoden bieten für jeden die passende Herausforderung. Am direktesten siehst du die Wirkung beim Kartentrick, in dem du die Karte errätst – dort trägt der Force den kompletten Effekt. Alle weiteren Anleitungen stehen in der Kartentricks-Übersicht. Viel Spaß beim Zaubern!

Meine Hände mitten im Werm-Cut

Moritz

Ich schreibe seit September 2020 auf karten-tricks.de. Kein Berufszauberer — ich erkläre Kartentricks so, wie ich sie damals selbst gebraucht hätte, und übe jeden davon, bevor er hier steht.

Mehr über mich

Das könnte dich auch interessieren

Misdirection – Aufmerksamkeit des Publikums lenken

Fingerfertigkeit · Mittel · 4 Min. Lesezeit

Karten beim Riffle Shuffle verzahnen

Fingerfertigkeit · Anfänger · 13 Min. Lesezeit

Double Lift – zwei Karten als eine zeigen

Fingerfertigkeit · Mittel · 3 Min. Lesezeit