Karte erraten: so nennst du die Karte deines Zuschauers
Anfänger12.04.2021 · 6 Min. Lesezeit · Überarbeitet 04.05.2026
Die Karte deines Zuschauers erraten – mit Force statt Glück. Schritt für Schritt erklärt, mit Varianten für 32 und 52 Karten und den häufigsten Fragen.

Auf einen Blick
Warum solltest du diesen Kartentrick lernen?
Gedankenlesen ohne Fingerfertigkeit. Du nennst die Karte, die dein Zuschauer sich gemerkt hat – und liegst mit hundertprozentiger Sicherheit richtig.
Du wolltest schon immer die Gedanken deines Zuschauers lesen können? Erraten, welche Karte er ausgesucht hat und dabei immer richtig liegen? Dann ist dieser Kartentrick genau der richtige für dich! Wie bei den meisten Anleitungen steckt auch hier eine einfache, klare Erklärung dahinter statt echter Gedankenlesekunst. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du die Karte deines Zuschauers mit absoluter Sicherheit erraten kannst.
Wie funktioniert es und wie errätst du die Karte?
Ganz so einfach geht das leider nicht. Die einzige Möglichkeit, die Karte des Zuschauers mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit zu erraten ist, ihm vorab eine bestimmt Karte aufzuzwingen. Du überlegst dir also im Vorfeld eine bestimmte Karte, die der Zuschauer auswählen soll. Mithilfe eines Forces wählt der Zuschauer dann genau diese aus, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass seine Wahl manipuliert wurde. Bei einem guten Force erscheint es nämlich so, als wäre der Zuschauer in seiner Wahl vollkommen frei.
Frisch entpackte Karten beseitigen jeden Zweifel, dass sie manipuliert sein könnten — der Zuschauer konzentriert sich dann ganz auf dich und deinen Trick.
Schritt 1: Die Karte aufzwingen
Wie macht man nun so einen Force? In diesem Beispiel werde ich einen sehr einfachen Force verwenden. Wenn du noch weitere und fortgeschrittene Möglichkeiten lernen möchtest, hier sind meine top drei Forces.
In unserem Fall lösen wir das ganze wie bereits erwähnt sehr simpel. Mische die Karten und drehe sie anschließend um, sodass du und der Zuschauer alle Karten erkennen können. Du merkst dir dabei einfach die dritte Karte von oben, erklärst dem Zuschauer aber, dass du ihm lediglich zeigst, dass es sich wirklich um ein ganz normales Kartendeck handelt und alle Karten verschieden sind.

Danach verdeckst du die Karten wieder.
Teile das Kartendeck nun in drei Stapel und lege den obersten Stapel in die Mitte.

Dein Zuschauer darf jetzt die oberste Karte des mittleren Stapels umdrehen und entscheiden, ob er sie umgedreht auf den linken oder rechten Stapel legen möchte. Als Nächstes darf er wieder die oberste Karte umdrehen. Hat er sich vorher dafür entschieden, die Karte auf den linken Stapel zu legen, soll er diese jetzt offen auf den rechten Stapel legen. Hat er sich für den rechten Stapel entschieden, soll er sie auf den linken Stapel legen. Nun bittest du deinen Zuschauer das dritte Mal die oberste Karte des mittleren Stapels zu nehmen. Diese sollte er aber bitte nicht umdrehen, sondern sich merken und anschließend irgendwo in den mittleren Kartenstapel zurücklegen.
Die Karte, die er gezogen hat solltest du bereits kennen, denn es ist die Karte, die du dir am Anfang gemerkt hast.Durch die vielen Ablenkungen und Auswahlmöglichkeiten wird es überhaupt nicht auffallen, dass er eigentlich gar keine richtige Auswahl trifft, sondern einfach die dritte Karte von oben zieht.

Du kannst den Zuschauer jetzt auch das gesamte Deck mischen lassen, denn von jetzt an brauchst du das Kartenspiel nicht mehr zu berühren – und dann ist es egal, ob er sauber mischt oder nicht. Er kann die von ihm gezogene Karte irgendwo im mittleren Stapel verstecken und danach das gesamte Deck mischen.
Schritt 2: Die Karte erraten
Überlege dir von diesem Punkt an eine Routine, wie du den Kartentrick auflöst: Du kannst dem Zuschauer erklären, dass du jetzt anhand seiner Gedanken seine Karte erraten wirst. Stelle ihm Fragen, die er mit Ja oder Nein beantworten kann, und sage ihm, er dürfe auch lügen. Die Fragen können sich auf die Karte beziehen, aber auch allgemeiner Natur sein, wie zum Beispiel, ob er heute schon einen Kaffee getrunken hat. Du kennst seine Karte ja bereits.
Zum Beispiel frage ich gerne zunächst nach der Farbe der Karte: Rot oder Schwarz? Da ich weiß, ob der Zuschauer lügt oder nicht, enttarne ich entweder seine Lüge oder bestätige seine Wahrheit. Das lässt das Ganze noch glaubwürdiger erscheinen. Dann frage ich nach der genauen Farbe (Herz oder Karo bei roten Karten, Pik oder Kreuz bei schwarzen Karten) und löse schließlich die richtige Karte auf. Glaub mir, dein Zuschauer wird völlig aus dem Häuschen sein! Mit einem Kartentrick die Gedanken des Zuschauers zu lesen und die Karte zu erraten, sorgt immer für tolle Reaktionen!
Varianten: 32 oder 52 Karten
Am Ablauf ändert sich weniger, als du denkst – der Force hängt nicht an der Deckgröße, sondern an der Position der dritten Karte von oben.
Mit 52 Karten (Poker/Bridge) läuft der Trick wie oben beschrieben. Die drei Stapel sind ungefähr gleich hoch, und der mittlere Stapel ist dick genug, dass der Zuschauer seine Karte glaubhaft „irgendwo" hineinstecken kann.
Mit 32 Karten (Skat) wird der mittlere Stapel spürbar dünner. Zwei Anpassungen lohnen sich:
- Teile in drei Stapel zu etwa 10, 12 und 10 Karten statt gleichmäßig – der mittlere braucht die Masse.
- Verzichte auf die zweite Umdreh-Entscheidung. Bei einem kurzen Deck fällt sonst auf, wie schnell der mittlere Stapel schrumpft.
Der eigentliche Vorteil des Skatblatts: Es hat nur vier Werte weniger pro Farbe, dein Ja/Nein-Frageteil wird dadurch deutlich kürzer. Für Kinderpublikum ist das die bessere Wahl – weitere Tricks für diese Zielgruppe stehen unter Kartentricks für Kinder.
Was nicht funktioniert: Decks mit doppelten Karten oder ein Deck, aus dem Karten fehlen. Der Zuschauer merkt zwar nichts vom Force, aber du kannst dich beim Auflösen nicht auf deine gemerkte Karte verlassen.
Häufige Fragen
Was mache ich, wenn der Zuschauer die Karte doch umdreht? Bleib ruhig und mach weiter. Solange er sie zurücklegt, funktioniert der Trick. Verrate nur nicht durch dein Zögern, dass gerade etwas nicht nach Plan lief.
Merkt der Zuschauer den Force? Beim beschriebenen Ablauf praktisch nie – er trifft drei sichtbare Entscheidungen und keine davon beeinflusst das Ergebnis. Das ist klassische Misdirection: Wahlmöglichkeit erzeugen, wo keine ist.
Kann ich den Trick zweimal hintereinander zeigen? Nicht mit demselben Force. Beim zweiten Mal achtet der Zuschauer auf den Ablauf statt auf dich. Wechsle die Methode – die drei stärksten Forces liefern dir Alternativen mit demselben Effekt.
Wie lerne ich, die Karte glaubwürdig zu „erraten"? Frag langsamer, als sich richtig anfühlt, und lass dich vom Zuschauer korrigieren, bevor du auflöst. Der Trick ist in fünf Minuten gelernt, die Auflösung braucht Übung.
Fazit:
Hinterlasse gerne einen Kommentar und beschreibe deine eigene Routine! Wenn du jetzt noch einen anderen Kartentrick lernen möchtest, schau dir die Ambitious Card Routine an. Viel Spaß beim Zaubern!
Moritz
Ich schreibe seit September 2020 auf karten-tricks.de. Kein Berufszauberer — ich erkläre Kartentricks so, wie ich sie damals selbst gebraucht hätte, und übe jeden davon, bevor er hier steht.
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