Spielkarten-Maße: Größe aller Kartenformate in mm

03.11.2026 · 9 Min. Lesezeit · Überarbeitet 03.11.2026

Wie groß ist eine Spielkarte? Poker 63 × 88 mm, Bridge 57 × 89 mm, Skat 59 × 91 mm, Schafkopf 56 × 100 mm, Jass, Tarock und Tarot – mit Tabelle.

Ein Mini-Deck neben einem Spielkartendeck in Standardgröße

Kurz erklärt: Eine einheitliche Norm für Spielkarten gibt es nicht. Pokerkarten messen 63 × 88 mm (2,5 × 3,5 Zoll), Bridgekarten 57 × 89 mm, deutsche Skat-, Doppelkopf- und Romméblätter 59 × 91 mm. Schafkopfkarten mit bayerischem Bild sind mit 56 × 100 mm deutlich länger, Schweizer Jasskarten messen 57 × 89 mm.

Wer eine Kartenbox druckt, Hüllen kauft oder einfach wissen will, warum das Skatblatt nicht in die Pokerbox passt, stößt schnell auf widersprüchliche Angaben. Der Grund: Jeder Hersteller legt sein Format selbst fest, und Händler runden unterschiedlich. Die Werte unten stammen aus den Produktangaben der großen Hersteller – ASS Altenburger und Cartamundi für Deutschland, AGMüller für die Schweiz, Piatnik für Österreich – und gelten mit einer Toleranz von etwa einem Millimeter.

Spielkarten-Maße im Überblick

Alle Angaben in Millimetern, Breite × Höhe. Zollmaße und Kartenzahl stehen bei den einzelnen Formaten weiter unten.

Format Maße (mm) Typische Spiele
Poker 63 × 88 Poker, Black Jack, Kartentricks
Bridge 57 × 89 Bridge, Canasta, Whist
Skat 59 × 91 Skat, Doppelkopf, Rommé
Schafkopf 56 × 100 Schafkopf, bayerisches Tarock
Jass 57 × 89 Jass (Schweiz)
Tarock 63 × 113 österreichisches Tarock
Französisches Tarot ca. 61 × 112 Tarot als Kartenspiel
Tarot ca. 70 × 120 Kartenlegen, Rider-Waite

Spielkartenformate maßstabsgetreu nebeneinander: Poker, Bridge, Skat, Jass, Schafkopf, Tarock und Tarot

Die Grafik ist maßstabsgetreu. Auffällig ist, wie nah sich die vier Alltagsformate sind: Poker, Bridge, Skat und Jass unterscheiden sich um höchstens sechs Millimeter in der Breite und drei in der Höhe. Erst Schafkopf, Tarock und Tarot sind sichtbar länger.

Pokerformat: der internationale Standard

63 × 88 mm ist das Format, das die meisten Menschen meinen, wenn sie „normale Spielkarte“ sagen. Es geht auf das amerikanische Maß von 2,5 × 3,5 Zoll zurück, was exakt 63,5 × 88,9 mm entspricht. Cartamundi, der größte Spielkartenhersteller der Welt, gibt in seinen technischen Daten gerundet 63 × 88 mm an – deshalb tauchen beide Werte auf.

Im Pokerformat erscheinen:

  • Bicycle, Bee, Tally-Ho und Fournier – die Decks, mit denen Zauberer und Cardisten arbeiten. Mehr dazu im Spielkarten-Vergleich.
  • Casino-Karten für Poker und Black Jack.
  • Sammelkarten wie Magic: The Gathering, Pokémon und Lorcana, die mit 63 × 88 mm praktisch dasselbe Format nutzen.

Kurioser Zufall: Das Papierformat B8 nach ISO 216 misst 62 × 88 mm und liegt damit nur einen Millimeter neben der Pokerkarte. Eine Spielkartennorm ist das trotzdem nicht.

Bridgeformat: schmaler für volle Hände

Bridgekarten sind genauso hoch wie Pokerkarten, aber rund sechs Millimeter schmaler. Für die Breite findest du zwei Angaben: 57 × 89 mm (2,25 × 3,5 Zoll, der amerikanische Wert) und 56 × 87 mm (die Angabe von Cartamundi).

Der Grund für das schmalere Format: Beim Bridge hält jeder Spieler 13 Karten gleichzeitig auf der Hand. Schmalere Karten lassen sich enger auffächern und sind leichter zu halten. Aus demselben Grund greifen Menschen mit kleinen Händen und Kinder gern zum Bridgeformat. Uno-Karten liegen übrigens mit etwa 56 × 87 mm ebenfalls in dieser Größe.

Deutsche Formate: Skat, Doppelkopf, Rommé und Schafkopf

Skat, Doppelkopf und Rommé: 59 × 91 mm

Die Blätter von ASS Altenburger, dem Marktführer in Deutschland, messen für Skat, Doppelkopf und Rommé einheitlich 59 × 91 mm. Das deutsche Format ist damit vier Millimeter schmaler und drei Millimeter länger als eine Pokerkarte – genug, dass ein Skatblatt nicht sauber in eine Pokerbox passt und umgekehrt.

Ein Skatblatt hat 32 Karten, ein Doppelkopfblatt 48, ein Romméspiel 110 – zwei Blätter mit je 52 Karten plus sechs Joker.

Ob das Blatt das französische Bild (Kreuz, Pik, Herz, Karo) oder das deutsche Bild (Eichel, Grün, Herz, Schellen) trägt, ändert am Format nichts. Gelegentlich liest du bei Händlern auch 59 × 92 mm – das ist eine Rundung, kein anderes Format.

Schafkopf und bayerisches Tarock: 56 × 100 mm

Karten mit bayerischem Bild sind deutlich länger: ASS Altenburger gibt für das Schafkopf-/Tarockblatt 56 × 100 mm an. Das Blatt hat 36 Karten; für Schafkopf werden die Sechser aussortiert, sodass 32 Karten im Spiel sind. Auch die Ausgaben mit großen Eckzeichen für Senioren behalten dieses Format – nur die Symbole sind größer.

Schweiz und Österreich: Jass und Tarock

Jasskarten: 57 × 89 mm

AGMüller aus Neuhausen am Rheinfall, der wichtigste Hersteller von Jasskarten, produziert das Originalformat 57 × 89 mm nach eigenen Angaben seit rund 200 Jahren. Damit liegt die Jasskarte fast exakt auf dem Bridgeformat. Für Werbe- und Promotionskarten bietet AGMüller zusätzlich ein Format von 56 × 87 mm an, für Jassrunden mit schlechten Augen gibt es Großformate bis 90 × 140 mm.

Ein Jassblatt hat 36 Karten – egal ob mit deutschschweizer Farben (Schellen, Rosen, Schilten, Eicheln) oder französischen.

Österreichisches Tarock: 63 × 113 mm

Das klassische Tarockblatt „Industrie und Glück“ von Piatnik aus Wien misst 63 × 113 mm und hat 54 Karten. Es ist so breit wie eine Pokerkarte, aber zweieinhalb Zentimeter länger. Zwischen 1910 und 1935 stellte Piatnik zusätzlich ein kleineres „Damentarock“ mit 52 × 97 mm her, das 2019 als Nachdruck neu erschienen ist.

Tarot: zum Spielen und zum Kartenlegen

Hier lohnt sich die Unterscheidung, denn hinter dem Wort stecken zwei verschiedene Dinge:

  • Französisches Tarot ist ein Kartenspiel mit 78 Karten, das in Frankreich so verbreitet ist wie bei uns Skat. Die Karten messen etwa 61 × 112 mm; je nach Ausgabe des Herstellers Grimaud findest du auch 60 × 110 oder 60 × 113 mm.
  • Tarot zum Kartenlegen, etwa das Rider-Waite-Deck, ist mit rund 70 × 120 mm (2,75 × 4,75 Zoll) das größte gängige Format. Hier variieren die Maße am stärksten, weil viele Legedecks von kleinen Verlagen in eigenen Größen erscheinen.

Sammelkarten und Gesellschaftsspiele

Wer Hüllen oder Aufbewahrung kauft, braucht oft auch diese Maße:

Spiel Maße (mm)
Magic: The Gathering 63 × 88
Pokémon 63 × 88
Yu-Gi-Oh! 59 × 86
Uno ca. 56 × 87

Yu-Gi-Oh!-Karten nutzen das sogenannte japanische Format und sind damit etwas kleiner als die übrigen Sammelkarten. Hüllen für Magic oder Pokémon sind für sie zu weit.

Wie dick und schwer ist eine Spielkarte?

Eine Spielkarte aus Papier ist knapp 0,3 mm dick. Nachgemessene 52er-Decks verschiedener Marken kommen auf 14 bis 15,5 mm Stapelhöhe, das entspricht 0,27 bis 0,30 mm pro Karte.

Ein Bicycle-Deck wiegt laut Händlerangaben rund 95 Gramm, eine einzelne Karte also knapp zwei Gramm. Plastikdecks sind schwerer und können über 110 Gramm wiegen.

Welches Format für Zaubertricks?

Für Kartentricks ist das Pokerformat die erste Wahl. Fast alle Anleitungen – auch alle auf dieser Seite – gehen von 63 mm Breite aus, und auch Trick-Decks wie das Svengali-Deck oder das Stripper-Deck gibt es meist nur in dieser Größe.

Mit einem Skatblatt funktionieren die meisten Tricks trotzdem. Einige Griffe wie der Double Lift fühlen sich mit den schmaleren, längeren Karten aber anders an, und mathematische Tricks wie der Kartentrick mit 21 Karten brauchen manchmal eine angepasste Kartenzahl, weil ein Skatblatt nur 32 Karten hat.

Für Cardistry gilt dasselbe noch stärker: Flourishes wie der Charlier Cut sind auf die Pokerbreite abgestimmt. Wer kleine Hände hat, kann zum Bridgeformat greifen – sollte dann aber wissen, dass sich Bewegungen aus Videos etwas anders anfühlen.

Tipps: Hüllen, Boxen und eigene Karten drucken

  • Selbst nachmessen. Bei Hüllen und Boxen zählt jeder Millimeter. Miss eine Karte deines Decks mit einem Lineal nach, statt dich auf die Verpackung zu verlassen.
  • Hüllen sind größer als die Karte. Kartenhüllen (Sleeves) werden ein paar Millimeter größer angegeben als die Karte selbst. Entscheidend ist, für welches Kartenformat die Hülle gedacht ist, nicht ihr Außenmaß.
  • Beim Drucken auf das Datenblatt achten. Wer eigene Karten drucken lässt, gibt das Endformat an und legt einen Beschnittrand dazu. Wie viel Millimeter das sind, steht im Datenblatt der Druckerei – die Werte unterscheiden sich.
  • Pokerbox oder Skatbox? Eine Box für Pokerkarten ist für Skatkarten zu kurz, eine Skatbox für Pokerkarten zu schmal. Austauschen klappt meist nur mit Gewalt.

Häufige Fragen

Wie groß ist eine normale Spielkarte?
International gilt das Pokerformat mit 63 × 88 mm als Standard. In Deutschland sind Skat- und Romméblätter mit 59 × 91 mm genauso verbreitet.

Sind Skatkarten kleiner als Pokerkarten?
Nicht kleiner, sondern anders: Skatkarten sind mit 59 mm vier Millimeter schmaler, mit 91 mm aber drei Millimeter länger als Pokerkarten.

Gibt es eine DIN- oder ISO-Norm für Spielkarten?
Nein. Jeder Hersteller legt seine Formate selbst fest. Die Werte haben sich über Jahrzehnte eingependelt, deshalb sind die Abweichungen zwischen Marken gering.

Wie groß ist eine Spielkarte in Zoll?
Pokerkarten messen 2,5 × 3,5 Zoll, Bridgekarten 2,25 × 3,5 Zoll. Die deutschen Formate sind metrisch festgelegt und haben kein glattes Zollmaß.

Welche Größe haben Jumbo- oder Seniorenkarten?
Meist dieselbe wie das normale Blatt. „Jumbo Index“ oder „große Eckzeichen“ bedeutet nur, dass die Zahlen und Symbole größer gedruckt sind. Echte Großformatkarten werden ausdrücklich mit ihrer Größe beworben.

Sind Magic- und Pokémon-Karten so groß wie Pokerkarten?
Praktisch ja, beide messen 63 × 88 mm. Nur Yu-Gi-Oh!-Karten sind mit 59 × 86 mm kleiner.

Fazit

Wenn du nur eine Zahl brauchst: 63 × 88 mm für Pokerkarten, 59 × 91 mm für Skat. Alles andere hängt vom Spiel und von der Region ab – und für exakte Arbeiten wie Hüllen oder Druckvorlagen lohnt immer ein Blick auf die Herstellerangabe deines konkreten Decks. Welches Deck sich für Kartentricks am besten eignet, steht im Spielkarten-Vergleich.

Stand: November 2026. Quellen: Produktangaben von ASS Altenburger und Cartamundi, AGMüller und Piatnik sowie Messungen von Händlern und Sammlern.

Meine Hände mitten im Werm-Cut

Moritz

Ich schreibe seit September 2020 auf karten-tricks.de. Kein Berufszauberer — ich erkläre Kartentricks so, wie ich sie damals selbst gebraucht hätte, und übe jeden davon, bevor er hier steht.

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